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EUREGIO - Kooperation im Grenzgebiet

Arbeitsgebiet der Euregio Rhein-Waal

EUREGIO, den Begriff dürften wohl die meisten Duisburger kennen. Doch die Allerwenigsten wissen, was sich genau dahinter verbirgt und welche Vorteile die EUREGIO für die Bürger hat.

 

 

 


Die Anfänge

Die Anfänge der EUREGIO liegen schon fast ein halbes Jahrhundert zurück. Gegründet als Verband für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, arbeiteten hier deutsche und niederländische Kommunen entlang der Grenze seit 1958 aus ganz praktischen Gründen zusammen. Beide Regionen waren damals noch stark von der kriselnden Textilindustrie geprägt und lagen am Rande der politischen und wirtschaftlichen Zentren. So entdeckte man schnell die Möglichkeiten, die gemeinsames Handeln bieten. Aber auch die BewohnerInnen des Grenzgebietes besannen sich auf ihre gemeinsamen kulturhistorischen Wurzeln, in einer Zeit, die auf niederländischer Seite noch stark durch die Erinnerung an die deutsche Besatzung während des 2. Weltkrieges geprägt war.

 

Auf dem Weg zum Vorreiter in Europa

Bestimmten in den ersten Jahrzehnten noch lokale Initiativen auf freiwilliger Basis der Gemeinden das Geschehen, traf sich 1978 der neu gegründete EUREGIO-Rat zu seiner ersten Sitzung - ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg von einer einstmals benachteiligten Grenzregion zum Vorreiter in Europa. Als politisches Sprachrohr für das Grenzgebiet werden seine Mitglieder aus den lokalen Parlamenten gewählt, und der Rat macht Vorschläge für eine weitergehende, grenzüberschreitende Vernetzung. Bürgern, kleineren und mittelständischen Unternehmen, die auf irgendeine Art und Weise mit der deutsch-niederländischen Grenze zu tun haben, dient der deutsch-niederländische Regionalverband als Artikulationsorgan für ihre alltäglichen Grenzprobleme. Versicherungsfragen, Autokauf im Nachbarland, Anerkennungsfragen von Berufsabschlüssen gehören zur Bandbreite der Anfragen an die EUREGIO-Geschäftsstelle und die regelmäßig stattfindende EUREGIO-Sprechstunde.

Duisburg ist seit 1993 Mitglied in der Euregio Rhein-Waal. Mit 500.000 Einwohnern ist Duisburg die größte Stadt in der Region. Unterstützt mit Mitteln der EU werden hier grenzüberschreitende Projekte mit einem Gesamtvolumen von fast 55 Millionen Euro gefördert.
 

EURES - Jobs ohne Grenzen

Eines dieser Projekte ist EURES, eine Initiative der Europäischen Union für den europäischen Arbeitsmarkt im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Die Abkürzung "EURES" bezeichnet den sog. "European Employment Service", der es sich zur Aufgabe gemacht hat ArbeitnehmerInnen, in Bezug auf Arbeitsmöglichkeiten sowie Arbeits- und Lebensbedingungen in Europa, informativ und insbesondere beratend zur Seite zu stehen. Mit der Gründung im Jahr 1993 stand die Idee ein europaweites Netzwerk zu konstruieren, welches die Mobilität im Bereich des Arbeitsmarktes auch über die Grenzen hinweg fördern sollte, im Fokus des Programms.

 

Wesentlicher Bestandteil dieser netzwerkartigen Verflechtung sind neben den öffentlichen Arbeitsverwaltungen, Industrie- und Handelskammern sowie den Gewerkschaften auch die Arbeitgeberverbände. Diese sehen die Aufgabe der grenzüberschreitenden Kooperation und Koordination mehr in einer unterstützenden Funktion für ArbeitgeberInnen, hinsichtlich der Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften.

 

Das EURES-Programm in der Euregio Rhein-Waal stellt auch für die Duisburger Bürger die erste Anlaufstelle für grenzüberschreitende Arbeitsmodalitäten dar (Stichwort: Grenzpendler). Neben von den Arbeitsagenturen angebotenen Tagesseminaren zum Thema "Arbeiten in den Niederlanden" finden Sitzungen statt, welche das Wohnen und Arbeiten im Nachbarland thematisieren und Antworten auch auf spezifische grenzüberschreitende Fragen wie Renten-, Steuer- und Sozialversicherungsfragen geben können.

 

Grenzen werden damit nicht mehr länger als Hindernis erfahren, wie es lange Jahre der Fall war. Durch Projekte wie EURES verfolgt die EUREGIO prinzipiell das gleiche Ziel wie auch das EU-Parlament in Brüssel - die Realisierung eines vereinten Europa, in dem die Mitgliedsstaaten und ihre Bürger eng zusammenarbeiten. Nur der Rahmen, in dem sich der Prozess in der EUREGIO vollzieht, ist ein anderer: Er ist kleiner, übersichtlicher und vielleicht auch für den Bürger direkter erfahrbar.

 

David Goertz, Steffen Kruchen  

 


Euregio Rhein-Waal:  2,7 Millionen Einwohner im Grenzraum zwischen Rhein, Waal und Maas; Aufgaben: Förderung grenzüberschreitender Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Umwelt und Bildung; EURES-Programm als Anlaufstelle für Grenzpendler