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Wie die EU ihr Image in Duisburg verbessern könnte - eine Untersuchung der Universität Duisburg-Essen
Warum hat die Europäische Union bei vielen Bürgern einen schlechten Ruf? Wieso sind die Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden gescheitert? Welche Möglichkeiten gibt es, mehr Bürger von der Idee einer Europäischen Staatengemeinschaft zu überzeugen? Diesen Fragen widmete sich im Sommersemester 2006 eine Untersuchung an der Universität Duisburg-Essen.
Umfrage an Duisburger Schulen
Unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Axt beschäftigte sich eine Gruppe von Studierenden mit der Frage, wie die EU ihre Akzeptanz gegenüber Duisburger BürgerInnen steigern kann. Zu diesem Zweck befragten die Studenten eine für die Duisburger Bevölkerung repräsentative Gruppe von knapp 200 Schülern des Landfermann-Gymnasiums und der Gesamtschule Meiderich. Ziel dieser Untersuchung war es, die Befragten über von der EU finanziell geförderte Projekte in der Stadt Duisburg zu informieren, um zu ermitteln, ob eine bessere Bewerbung der Projekte zu einer positiven Einstellungsveränderung gegenüber der europäischen Ebene führt. Um einen Vorher-Nachher-Vergleich zu ermöglichen, wurde den Befragten im Vorfeld als auch im Anschluss an die Präsentation jeweils der gleiche Fragebogen vorgelegt.
EU vor Ort
Die Präsentation gab einen kurzen Abriss über die Geschichte und stellte die aktuellen EU-Mitgliedstaaten sowie die Ziele der EU als Ganzes vor. Als eines der Hauptziele der EU gelten beispielsweise die Bemühungen, die erheblichen Unterschiede in bezug auf die Wirtschaftskraft und den Lebensstandard der Bürger zwischen verschiedenen europäischen Regionen abzumildern. Werbewirksam wurden den Schülern daher mehrere von der EU unterstützte Projekte vor Ort vorgestellt, da Duisburg als eine Stadt im strukturellen Umbruch zahlreiche Strukturförderungen erhält.
Zu den beworbenen Projekten gehörten unter anderem die Strukturhilfen für logport, den Kulturbunker oder den Landschaftspark Nord, welche sich ohne die Finanzhilfen aus Brüssel nicht so erfolgreich hätten entfalten können.
Informationen schaffen Akzeptanz
Während die Befragung vor der Präsentation eine gewisse Politikverdrossenheit gegenüber der europäischen Ebene offenbarte und sich ergab, dass vielen Schülern nur im geringen Maße bewusst war, dass die EU überhaupt Projekte in Duisburg fördert, änderte sich das Bild zwei Wochen nach der Präsentation in starkem Maße. Zum einen ließ sich ein deutlich größeres Bewusstsein der Schüler dafür feststellen, dass die EU der Stadt Duisburg zahlreiche Dienste erweist. Zum anderen zeigte sich, dass anders als in der ersten Befragung die Akzeptanz gegenüber der Union deutlich höher lag. So erhöhte sich der Anteil der Schüler, welcher die EU für sich persönlich als wichtig erachten und der derer, die ihr allgemein Vorteile abgewinnen konnten, deutlich. Die sichtlichste Veränderung im Abstimmungsverhalten fand sich bei der Frage: "Wie gut kann die EU bestimmte Aufgaben in Duisburg erfüllen?" in der Kategorie "Ausbau von Freizeitmöglichkeiten". Die Anzahl derjenigen, welche die Fähigkeiten in diesem Bereich mit sehr gut oder gut bewerten, verdreifachte sich.
Mehr Werbekampagnen von Nöten
Festzuhalten bleibt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wissensstand der Schüler und einer höheren Kompetenzzuschreibung gegenüber der EU nachweisbar ist. Diese Tatsache zeigt, dass die EU ihr Ansehen durch ihre Strukturpolitik steigern kann, insofern eine ausreichende Bewerbung der geförderten Projekte stattfindet. Die bisherigen Werbemaßnahmen reichen nicht aus.
Für den konkreten Fall Duisburg heißt dies, dass die EU, das Land NRW und die Stadt Duisburg gemeinsam in höherem Maße und zielgruppengerechter für ihre Projekte vor Ort werben müssen. Als Handlungsempfehlung wurde z.B. die bessere Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, wie insbesondere den Medien, formuliert. Die Kooperation mit der Universität, wie bei dieser Homepage, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn nur, wenn die Bürger durch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit Einsicht in erfolgreiche Projekte vor Ort erhalten, steigt auch Ihre Zustimmung zur EU.
Markus Hoppe









