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Duisburg in Europa – Europa in Duisburg

Stadt Duisburg

Wofür braucht Duisburg ein Amt für Europaangelegenheiten? Wie kann dieses Amt für die Bürger in Duisburg nützlich sein? Auf diese Fragen kennt Robert Tonks, der Abteilungsleiter des Amtes, die passende Antwort. In einem persönlichen Interview macht er deutlich, welche Gemeinsamkeiten zwischen europäischen Metropolen wie London oder Paris mit Duisburg bestehen.

 

 

Die Stadt Duisburg richtete 1989 das Amt für Europaangelegenheiten ein. Aus einer Verteilerstelle von EU-Fördergeldern ist ein weltweit agierendes Amt geworden, das Duisburg mit Europa, aber auch mit Ländern in Fernost vernetzt. Die daraus geknüpften internationalen Kontakte kommen vor allem Duisburger Unternehmen zu Gute. Mit dem Förderprogramm Ziel 2 beschloss die Europäische Union, Städte die durch den Strukturwandel besonders von Arbeitsplatzmangel betroffen waren, finanziell zu unterstützen. Um das Land Nordrhein-Westfalen zu entlasten, wurden in den Kommunen Regionalsekretariate eingerichtet, die die Fördergelder an Projekte direkt vor Ort verteilen sollten. „Die Förderungen waren durchaus berechtigt“, findet Tonks, „Duisburg war, wie das gesamte Ruhrgebiet, vom Niedergang der Industrie betroffen, steckte also mitten im Strukturwandel.“

 

„Fördergelder in Millionenhöhe“

Das Vorhaben die Industriestadt Duisburg in eine moderne Dienstleistungsstadt umzuwandeln, ließ sich die Kommission in Brüssel einiges kosten. „Seit den neunziger Jahren bis Ende 2006 sind EU-Mittel im zweistelligen Millionenbereich nach Duisburg geflossen“, unterstreicht Tonks, „und das jährlich.“ Somit liegt Duisburg bei der Förderung auf Augenhöhe mit größeren Städten wie zum Beispiel Dortmund. Doch so, wie sich die Stadt im Laufe der Jahre gewandelt hat, haben sich auch die Aufgaben des Amtes für Europaangelegenheiten weiter entwickelt.

 

Rhein-Ruhr-Region als Wirtschaftsmagnet

Neben der Zusammenarbeit mit Partnerstädten, arbeitet das Amt für Europaangelegenheiten daran Kontakte zu Städten zu knüpfen, die Gemeinsamkeiten mit Duisburg aufweisen. „Wir haben Projekte mit Städten wie Arnheim, Nijmwegen und Yorkshire realisiert. Auch London, das über einen ähnlichen Binnenhafen verfügt wie wir, ist für Unternehmen in Duisburg sicherlich interessant“, erläutert Tonks. Ziel des Amtes ist es in erster Linie, Verbindungen zwischen lokalen Unternehmen mit  Geschäftspartnern in anderen europäischen Städten herzustellen.

 

Da im internationalen Geschäft auch die Größe zählt, bewirbt sich gleich die ganze Rhein-Ruhr-Region. „Die Rhein-Ruhr-Region, zählt mit seinen 11 Millionen Einwohnern zu Europas größten Ballungsräumen. Das ist eine Größenordnung mit Paris und London. In Zeiten einer europaweiten Vernetzung muss man auch vom Kirchturmdenken Abstand nehmen“, konstatiert Tonks. Wenn die Region als ganzes Auftritt, steigt die Attraktivität für Unternehmen, sich hier niederzulassen. Laut Tonks habe die EU-Erweiterung auf nunmehr 27 Mitgliedsländer erhebliches Potential hinsichtlich einer verstärkten, europaweiten Vernetzung freigesetzt, auch wenn dadurch der für die Förderungen immer noch entscheidende Kontakt mit Brüssel dadurch etwas schwieriger geworden sei.

 

Brüssel mitten in Duisburg

Für die Bürger ist Brüssel nun ganz nah herangerückt. „Die EU hat einen weiteren Schritt an den Bürger heran getan“, nickt Tonks. Mit „Europe Direct“ kommt die EU-Kommission im wahrsten Sinne direkt nach Duisburg. „Ziel ist es, den Bürgern die EU näher zu bringen.“ In der Bismarckstraße können sich Bürger direkt vor Ort über die Aktivitäten der EU in ihrer Heimatstadt informieren.

 

 

Philipp Erbe

 

 

 

Weiterführende Informationen zum EU-Förderprogramm finden Sie hier.