Gelungene Grenzüberschreitung
Im Dezember 2007 wurde der Bericht zur grenzüber-schreitenden Zusammenarbeit im Landtag präsentiert, der vielfältige und gelungene Beispiele der Kooperation zwischen den Be-Ne-Lux-Staaten und NRW aufzeigt. Die Stadt Duisburg als alleiniger Akteur oder im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Zweckverbandes des „Euregio Rhein-Waal“ ist speziell in den Bereichen Logistik, Arbeitsmarkt, Technologie, Hochschule und Integration vertreten.
Gemeinsam stark im Verbund
Duisburg profitiert als Mitglied des grenzüberschreitenden Verbandes Euregio Rhein-Waal, der Interessen formulieren und bündeln sowie die Umsetzung von EU-Programmen, die Bezug zu dieser Region besitzen, umsetzen soll. Ein wichtiger Eckpfeiler ist die Vernetzung von den einzelnen Städten im Euregio. Diese findet Ausdruck im Rahmen der technologischen Zusammenarbeit, in der branchenübergreifend Unternehmen organisiert sind. 105 Kooperationspartner aus Duisburg sind in diesem Register verzeichnet. Die Bandbreite reicht von Informations- und Kommunikationstechnik über das Bauwesen im Allgemeinen und den Maschinenbau im Besonderen bis hinzu wirtschaftszentrierten Dienstleistungen.
Logistikbranche als Zugpferd
Im Bericht wird die Stellung Duisburgs bei der Förderung einer grenzüberschreitenden Infrastruktur und die Schaffung neuer Arbeitsplätze hervorgehoben. Mittels Binnenschifffahrt, Eisenbahnverkehr und Logistik bewerkstelligen die Häfen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam, ESM/Zeeland und Duisburg ihre wirtschaftlich kooperative Zusammenarbeit, sodass eine „win-win“ Situation einerseits ökonomisch und andererseits im täglichen kulturellen Miteinander entsteht. Der Logistiksektor als Förderer des Strukturwandels und als Bedingung, dass Duisburg die Drehscheibe Europas in der Binnenschifffahrt ist und bleibt, wird immer weiter ausgebaut. Beleg dafür ist die 2001 gegründete „Masslog GmbH“ zwischen dem Duisburger und Amsterdamer Hafen. Sie steuert, koordiniert und verteilt komplexe Warenströme im Bereich Importkohle für die Stahlindustrie und Energiewirtschaft, sodass auch auf Wissensressourcen mit dem „schwarzen Gold“ zurückgegriffen werden kann.
„Euregionaler“ Arbeitsmarkt als Perspektive
Aufgrund vorangegangener erfolgreicher Erfahrungen im Bereich des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes startete die Euregio Rhein-Waal im Januar 2007 das Pilotprojekt „Grenzüberschreitendes Lernen und Arbeiten“. Es soll Arbeitnehmer und Arbeitssuchende in dieser Region beruflich weiterqualifizieren, um eigene Potentiale auszuschöpfen und ihren eigenen „Marktwert“ zu steigern. Um diese hehren Ziele zu erreichen wurde das Projekt in zwei Teile gegliedert. Der eine Teil umfasst das Themengebiet des Wissensaustauschs, wohingegen das zweite Feld den konkreten Wechsel von Beschäftigen und Arbeitssuchenden innerhalb der Euregio koordiniert.
Einblick in die Finanzierung
Das deutsch-niederländische Programm zur territorialen Zusammenarbeit (ETZ-A Programm) ist eines der mannigfaltigen Finanzkonzepte, dass von der Europäischen Union zur grenzüberschreitenden Kooperation co-finanziert wird. Die Zuwendungen werden im Rahmen der Euregio Rhein-Waal durch das Land NRW verteilt. Das Volumen beträgt knapp 300 Millionen Euro, das zu 60% auf den Bereich Wirtschaft, Technologie und Innovation verteilt wird.
Fazit und Ausblick
Ob im Verbund oder als selbständiger Akteur ziehen die aufgelisteten Maßnahmen einen hohen Nutzen und einige Vorteile nach sich. Die enge Verflechtung sollte konsolidiert und vertieft werden, wenn man bedenkt, dass rund 45 Millionen Menschen in der Region NRW und den Be-Ne-Lux-Staaten leben und jährlich ein Bruttoinlandsprodukt von 1000 Milliarden Euro erwirtschaften. Diesen Standortvorteil und die daraus entstehenden Potentiale gilt es aus Duisburger Sicht zu nutzen.
Matthias Kräling










Vollständiger "Bericht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen an den Landtag zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Dez 2007)"