Studieren im Ausland mit ERASMUS
Mit der EU verbinden viele Europäer bürgerferne Bürokraten in Brüssel, die auch noch die letzte Banane normen wollen. Doch es gibt seitens der EU auch viele Initiativen, die ihren Bürgern etwas zurückgeben. Eines dieser Initiativen ist das Erasmus-Programm. Es soll Studierenden ein Studium oder Praktikum im Ausland mit Unterstützung der EU ermöglichen.
Erasmus - Was ist das?
Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung der Mobilität von Studierenden innerhalb der EU-Grenzen. Deshalb unterstützt die EU finanziell sowohl Studierende, als auch die europäischen Hochschulen, damit diese den Austausch organisatorisch begleiten können. Universitäten schließen zu dem Zweck grenzübergreifende Abkommen untereinander ab. Diese Koordination ist unter anderem deswegen notwendig, damit die an Partneruniversität erbrachten Leistungen auch anerkannt werden. Für Studierende ist dies ein immenser Vorteil, damit sich ihre Ausbildung durch ein Auslandsaufenthalt nicht unnötig in die Länge zieht.
Ziele der Europäischen Union
Die EU verfolgt mit diesem Programm mehrere Ziele. Einerseits soll die Schaffung eines Europäischen Hochschulraums gefördert werden. Andererseits soll das Programm auch den langfristigen Zielen der EU dienen, nämlich eine wissensbasierte Gesellschaft zu gestalten, die sich durch einen interkulturellen Austausch und eine grenzübergreifende Kommunikation immer stärker miteinander verbindet. In Brüssel hofft man so, dass langfristig die Bürger in den Mitgliedsländern einander besser kennen lernen und über die Integration im Kleinen auch die Zusammenarbeit im Großen - sprich auf staatlicher Ebene - besser funktioniert.
Erasmus in Duisburg
Auch die Universität Duisburg-Essen nimmt an dem Erasmus-Programm Teil. Dabei werden die Kooperationsmöglichkeiten mit anderen europäischen Universitäten ständig ausgebaut. So ist es in diesem Jahr erstmals für Studierende des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften möglich, ein Auslandsemester in Polen, Slowenien, Finnland oder auch der Türkei zu verbringen. Ira Terwyen - Erasmusbetreuerin an der Universität Duisburg-Essen - bestätigt, dass die Zahl der ins Ausland gehenden Studierenden weiter anwächst. „Hatten wir 2006 noch 198 Studenten, die ein Auslandssemester mit Unterstützung von Erasmus gemacht haben, waren es 2007 bereits 217, für dieses Jahr erwarten wir sogar 238 Studierenden, die ein mit Erasmus gefördertes Auslandssemester einlegen.“ Aufgrund der Umstellung des Studiums auf die kürzeren und straffer organisierten Bachelor- und Masterstudiengänge beobachtet Frau Terwyen allerdings eine Unsicherheit bei den Studierenden. Viele wissen nicht, ob sie in ein sechssemestriges Bachelorstudium einen Auslandsaufenthalt integrieren können. Diese Bedenken mögen zwar verständlich sein, kein Studierender sollte sich aber davon abhalten lassen, seinem Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt nachzukommen.
Thomas Warnke – Mit Erasmus nach Polen
Thomas Warnke wagt das Abenteuer eines Auslandssemester und geht im Wintersemester 2008/2009 nach Polen, an die Universität der ehemaligen Hansestadt Danzig. Er ist Student im Bachelor-Studiengang Politikwissenschaften und freut sich darauf, andere Lebenserfahrungen auf dem Campus in Danzig zu sammeln. Schwierigkeiten sieht Thomas in den vielen Kleinigkeiten, die er regeln muss, bevor es losgeht. Das ist z.B. die Suche nach einer Wohnung, das Ausfüllen der zahlreichen Formulare oder die Abstimmung mit dem Prüfungsamt über die Veranstaltungen, die er in Polen besuchen kann. Doch es gibt auch dabei Hilfe: die Erasmusbeauftragten der Universitäten Duisburg-Essen und Danzig stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite und verhelfen ihm so zu seinen Traum von einem Auslandsemester. Ohne das Erasmus-Programm der EU wäre das kaum möglich gewesen.
Alla Puskar
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