Duisburg profitiert - 156 Mill für 115 Projekte
Mittels verschiedener EU-Förderprogramme erhält Duisburg monetäre Unterstützung zur Bewältigung des Strukturwandels, der paradigmatisch durch die Investitionen in den Innenhafen, den „logport“ und den Landschaftspark Nord repräsentiert wird und eine gelungene und zielgerichtete Verwendung der EU-Mittel aufzeigt. Aber wie funktionieren die Strukturfonds, wer ist daran beteiligt und wie hoch sind die Subventionen für Duisburg?
Die Zahlen
Die regionale Entwicklungsförderung der Europäischen Union ist auch für Duisburg ein wichtiger Eckpfeiler zur Finanzierung und Realisierung bestimmter Projekte. Der Finanzrahmen der EU wird jeweils auf 6 Jahre konzipiert und betrug für das Land NRW, das ein wichtiger Akteur in diesem Prozess ist, 5,1 Mrd. Euro.
Die Stadt Duisburg hat in dem Zeitraum von 2000-2006 aus den diversen europäischen Fonds mehr als 156 Millionen Euro für 115 Projekte an Zuschüssen bekommen und rangiert damit unter den ersten fünf Städten mit der größten pekuniären Förderung in NRW. Mit knapp 80 % aus dem Topf des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (ERFE) wurden Duisburger Projekte primär finanziert. Den Rest erhielt die Stadt Duisburg größtenteils aus dem Europäischen Sozialfond (ESF).
Ziele erfolgreich umgesetzt
Ziel des ERFE ist es, dass mit ihm die strukturelle Anpassung rückständiger Gebiete und die Umstellung der Industriegebiete mit rückläufiger Entwicklung gefördert werden, um regionale Disparitäten auszugleichen. Dieses Vorhaben wurde im Hinblick auf den „logport“ und „duisport“, die als vorbildlich durchgeführte Projekte gelten, erfolgreich bewerkstelligt. Es wurden zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und die Logistikdienstleistungen ausgebaut, sodass Duisburg einer der führenden Logistikzentren mit dem größten Binnenhafen und einer sehr gut vernetzten Infrastruktur in Europa ist.
Die Verteilung des Geldes beginnt zunächst mit dem Prinzip der Konzentration. Dieses Prinzip beinhaltet drei Förderziele, wobei für Duisburg Ziel-2 und Ziel-3 relevant sind. Ersteres dient zur Unterstützung der Wirtschafts- und Sozialpolitik, wohingegen die Ziel-3 Förderung explizit die Arbeitsmarktpolitik, insbesondere den Bildungs- und Ausbildungssektor fokussiert sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose anbietet. Diese Ziele werden an die dazugehörigen finanziellen Mittel der EU gekoppelt.
Neben der mehrjährigen Programmplanung von Projekten steht die EU Kommission in ständiger partnerschaftlicher Kommunikation mit der Kommunalverwaltung Duisburgs, Wirtschafts- und Sozialpartnern, wie z.B. dem regionalen Projekt „impuls.duisburg“.
impuls.duisburg bündelt die Kräfte
Damit neben den EU Geldern auch eigene Mittel zur Verfügung stehen können, um die Potentiale der Region und die wirtschaftlichen Stärken optimal auszunutzen, wurde das Konzept impuls.duisburg als Plattform geschaffen, auf der alle wichtigen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung vernetzt sind. Laut Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist es das Ziel mittels einer übergreifenden Programmatik wissenschaftliches und unternehmerisches Know-how zu aktivieren, zu verknüpfen und zu bündeln. Die Stadt Duisburg, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg (GfW) und die Universität Duisburg-Essen sind die zentralen Akteure, um die strukturelle und regionale Entwicklung Duisburgs zu forcieren.
Interreg: Eckpfeiler der Zukunft
Insbesondere diese Bündelung an Informationen wird wichtig sein, um im regionalen Wettbewerb der Projekte zukünftige EU Subventionen zu erlangen, damit der Strukturwandel Duisburgs weiterhin umgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird durch eine größere Europäische Union (27 Mitgliedstaaten) die Mittel aus dem EFRE und ESF Topf zurückgehen und die Bedeutung von interregionalen und transnationalen Kooperationen (Interreg) zunehmen, die in der letzten Periode von 2000-2006 für das Projekt „Euregio Rhein-Waal“ knapp 54,5 Millionen Euro betrug. Am Wettbewerb orientierte Förderkriterien und die Vernetzung von qualitativ hochwertigen Ideen über geografische Grenzen hinaus stehen im Vordergrund der Interreg-Projekte, die den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb Europas konsolidieren und verstärken sollen.
Matthias Kräling








