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Das Mehrgenerationenhaus in Duisburg

pädagogische Leiterin Lisa Arnold-Müller im Mehrgenerationenhaus

Ein Mehrgenerationenhaus ist ein Gebäude in dem verschiedene Generationen einen gemeinsamen Wohnraum miteinander teilen. Aber nicht in allen Mehrgenerationenhäusern  wird gewohnt, es kann auch ein offener Tagestreffpunkt sein, an dem sich die Generationen begegnen und gegenseitig unterstützen. Das Mehrgenerationenhaus der AWO Duisburg ist so ein Treffpunkt

 

 


 

Von der Familienbildungsstätte zum Mehrgenerationenhaus

Seit März 2007 ist die AWO Familienbildungsstätte auf der Börsenstraße 10 in der Duisburger City im „Aktionsprogramm Mehrgenerationenhaus“ des Bundes integriert und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Somit erweiterte sich die Familienbildungsstätte zum Haus für vier Generationen. Zum offenen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, an dem es ein buntes Packet von Angeboten und Projekten für und von Jung und Alt gibt: Ein Cafe als Begegnungsstätte. Es gibt Projekte wie die Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen, Lernpatenschaften, den Wunschgroßelternservice, ehrenamtliche Besuchsdienste und Spielnachmittage für Menschen von 6-99 Jahren.

 

 

„Ein Ort der Begegnung und des miteinander und voneinander Lernens“

Im Gespräch mit der pädagogischen Leiterin Lisa Arnold-Müller wird deutlich, welche Bedeutung die Einrichtung hat. „Ein Ort der Begegnung, der Bildung, der Dienstleistung und des miteinander und voneinander Lernens.“ erklärt sie. Im AWO Mehrgenerationenhaus werden familienorientierte Aktivitäten und Dienste vor allem ehrenamtlich angeboten. Die Prinzipien der Großfamilie werden in moderne Formen übertragen. Die Qualitäten der unterschiedlichen Generationen werden zusammengefügt, so dass sie sich ergänzen. Kinder werden gefördert, Familien beraten, und ältere Menschen entlastet.

 

 

Jung für Älter und Älter für Jung

Der demographische Wandel in Deutschland bedeutet eine starke  Alterung unserer  Gesellschaft. Bis zum Jahr 2030 wird - bei sinkender Gesamtbevölkerungszahl - jeder dritte Bundesbürger älter als 60 Jahre sein. Diese Entwicklung bringt viele gesellschaftliche und politische  Herausforderungen mit sich. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sieht in den Mehrgenerationenhäusern eine Antwort auf diese Herausforderungen. Seit 2007 fördert es bundesweit 500 Häuser und damit das Zusammenwirken von Jung und Alt.  Die Fähigkeiten, Potenziale, Stärken und Erfahrungen der älteren Generation werden wahrgenommen und genutzt. “Ältere als Experten heranziehen.“ erklärt Lisa Arnold- Müller und dies geschieht im Mehrgenerationenhaus der AWO durch Projekte wie Lernpatenschaften oder den Wunschgroßelternsevice. Aber auch die junge Generation unterstützt die Älteren, beispielsweise durch den ehrenamtlichen Besuchsdienst. “Jung für Älter und Älter für Jung“ lautet hier der Grundsatz.

 

 

Bürgerschaftliches Engagement im Mehrgenerationenhaus

Einer der Schwerpunkte im Aktionsprogramm liegt darin, bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Aber auch Beschäftigungsstrukturen werden gefördert. 200 der 500 Mehrgenerationenhäuser im Aktionsprogramm werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)  gefördert, welcher die EU-Mitgliedsstaaten bei der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt. In den vom ESF geförderten Mehrgenerationenhäusern entsteht somit Beschäftigung für professionelle Kräfte. Da das Duisburger Mehrgenerationenhaus derzeit nicht durch den ESF gefördert wird, setzt man auf „Projekte und Angebote, die mit Ehrenamt und bürgerschaftlichen Engagement verbunden und Ressourcen orientiert sind“, berichtet Frau Arnold-Müller. Die engagierten Bürger sind „Menschen mit Herz, sie müssen keine Profis sein.“ Denn die ehrenamtlich Aktiven werden durch entsprechende Kurse vorbereitet, geschult und unterstützt. Außerdem erhalten sie Anerkennung und Wertschätzung für ihr Engagement.

 

Daher bilden Mehrgenerationenhäuser – ob finanziell von der EU unterstützt oder ausschließlich auf bürgerschaftlichem Engagement beruhend – eine wichtige gesellschaftliche Institution, auch für Duisburg in Europa.

 

Edith Weiß

Weitere Informationen zu Mehrgenerationenhäusern finden Sie unter diesem Link.