Mittelstandsförderung - EU finanziert Wandel
"Strukturwandel heißt in Duisburg auch, dass wir einen größeren Anteil an mittelständischen Unternehmen in unserer Region brauchen", erklärte Oberbürgermeister Adolf Sauerland anlässlich des 25. Mittelstandsforums der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW). Eine Feststellung, an deren Umsetzung in den vergangenen Jahren mit Hochdruck gearbeitet wurde. Vorhaben wie der 'logport', der Innenhafen und der 'duisport' sind geradezu Vorzeigeprojekte, die mit Unterstützung der europäischen Strukturfondsmitteln umgesetzt werden konnten.
Die Rolle der Banken und Wirtschaftsförderung
Eine zentrale Rolle spielt die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung der Stadt Duisburg (GFW). Sie berät kleine und mittelständische Unternehmen über Fördermittel und Netzwerke sowie Infrastrukturprojekte und Beratung. Dabei kommt ein großer Teil der zur Verfügung stehenden Mittel aus Töpfen der Europäischen Union. In ihrem Finanzplan stellt die EU alle sieben Jahre Gelder für die Strukturförderung zur Verfügung, von denen das Ruhrgebiet und damit Duisburg profitieren. So ist 'logport' z.B. größtenteils durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert worden.
In enger Zusammenarbeit mit der NRW.Bank und der KFW Mittelstandsbank können eine ganze Reihe von Förderinstrumenten in Anspruch genommen werden. Sei es um den Start in die Selbstständigkeit zu finanzieren oder um das eigene kleine Unternehmen auszubauen. Um die immer schwieriger gewordene Finanzierung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zu erleichtern, beteiligt sich die NRW.Bank an einem Europäischen Netzwerk für KMU-Finanzierung (FinNetSME). Dieses, durch das so genannte EU INTERREG III- Programm geförderte Projekt, hat zum Ziel, innovative Fördermöglichkeiten auszutauschen und zu verbreiten.
Aus den Bemühungen, den Strukturwandel zu bewältigen, sind zahlreiche weitere regionale Projekte entstanden. Eine der ältesten ist IMPULS.duisburg. Mit diesem Projekt möchte die Stadt Duisburg ihr Profil auf den Feldern Informations- und Kommunikationstechnologie, Material- und Werkstofftechnologie, Personenbezogene Dienstleistungen, Umwelt und Energie, Logistik und Städtetourismus schärfen. Entstanden ist IMPULS.duisburg aus der Initiative "Duisburg 2000" aus dem Jahr 1987. Nun ist das Programm sogar bis zum Jahr 2010 verlängert worden.
Der 'logport' als Vorzeigeprojekt
Eine Spitzenposition im europäischen Vergleich nimmt Duisburg inzwischen im Bereich der Logistik ein. Mit den Projekten 'duisport' und 'logport', und den damit verbundenen logistikzentrierten Dienstleistungen, konnten in den vergangenen Jahren mehrere tausend Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Mittel für die Entwicklung und Realisierung dieser Projekte stammen von der Stadt Duisburg, dem Land Nordrhein-Westfalen und zu einem erheblichen Teil von der Europäischen Union. Letztere hat im Zeitraum 2000 bis 2005 über 88 Millionen Euro an Infrastrukturhilfen für die Stadt Duisburg bewilligt. Damit belegt Duisburg hinter Dortmund den zweiten Platz bei der Ziel-Zwei-Förderung durch Fonds der EU. Für den Zeitraum 2007 bis 2013 wurde erneut ein Projektantrag zur Strukturförderung gestellt, dessen Schwerpunkte auf Logistik und Dienstleistungen liegen.
Ein weiterer Indikator für eine aktive und vor allem erfolgreiche Strukturpolitik ist die Bereitstellung von Büroräumen in Duisburg. Die GFW konnte 2006 einen Rekordzuwachs an Büroflächen verbuchen und liegt mit 86.000 Quadratmetern Gesamtumsatz nun auf Platz zwei in der Region. Nur Essen hat mit 91.000 Quadratmetern mehr Büroflächenumsatz. In diesem Jahr werden voraussichtlich weitere 37.000 Quadratmeter Bürofläche fertig gestellt.
Johannes Technau
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