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Duisburg. Schön grau?

Bürgerschaftliches Engagement beginnt in der eigenen Nachbarschaft. Im Rahmen des Euregio-Projektes zur Feinstaubreduzierung werden Straßen begrünt und die Duisburger Bürger zur Eigeninitiative aufgerufen, um sich mehr Lebensqualität in die Stadt zu holen.


 

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun,

 können das Gesicht der Welt verändern“ (Afrikanisches Sprichwort)

 

Ein grenzübergreifendes Pilot-Projekt

„Es gibt viele Gründe für, aber keine Argumente gegen mehr Grün in unserer Stadt“ - so bewirbt ein Flyer der Stadt Duisburg ihre neueste Idee, um das Klischee der grauen Industriestadt abzuschütteln.  Jedoch bedeutet dieser Satz viel mehr als bloße Imagepflege. Mehr Grün in Duisburgs Strassen sieht nicht nur schick aus, sondern hat auch noch den positiven Nebeneffekt, dass Pflanzen in der Lage sind gesundheitsschädlichen Feinstaub zu binden und zu reduzieren. Genau dies hatten die Verantwortlichen im Sinn, als sie das Projekt „Duisburg. Schön Grün“ ins Leben gerufen haben. In Kooperation mit den Städten Venlo, Nijmwegen und Krefeld wurde ein Konzept erarbeitet, um mehr Pflanzen in den öffentlichen Raum zu bringen. Mitfinanziert wird die Initiative durch das europäische Programm INTERREG III A, der euregio rhein-maas-nord, den Provinzen Gelderland und Limburg, dem NRW-Wirtschaftsministerium und dem niederländischen Ministerie voor Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit.

 

Duisburgs Straßen werden grüner                

Als erster Schritt stand die Begrünung von Straßenzügen auf dem Plan, an denen in der Vergangenheit die erlaubten Feinstaubhöchstwerte wiederholt überschritten wurden. Auf der Poststraße (zwischen Rathaus und Innenstadt) wurden Robinien, Ligusterhecken und spezielle Gräser, sowie tausend Narzissenzwiebeln gepflanzt. Weitere Maßnahmen erfolgten zum Beispiel am Stapeltor, der Oberstraße und der Kardinal-Galen-Straße.  Es stehen rund 50.000 Bäume an Duisburgs Straßen, jeder Einzelne ist in der Lage bis zu 3% Feinstaub aus der Luft zu filtern. Zusätzlich wurden von Duisburger Bürgern 60 Stellen vorgeschlagen, die nach Prüfung der Realisierbarkeit ab Herbst 2008 begrünt werden sollen.

 

Informationskampagne lädt zum Mitmachen ein

Begleitet wurde das Projekt durch eine Informationskampagne aus Flyern, Plakaten, Presseberichten, und einer extra gestalteten Website, mit dem Ziel Bürger und auch Duisburger Firmen zu eigenen Beiträgen anzuregen. So wurden Postkarten mit Abbildungen der frisch gestalteten Straßen an die anliegenden Haushalte verteilt, um die Aufmerksamkeit auf die Neuerungen zu lenken. Nun waren die Bürger gefragt, neben eigenen Vorschlägen, die konkrete Umsetzung des Projekts anzugehen. So wurden 22 Patenschaften für öffentliches Grün übernommen oder auch selbst Bepflanzungen vorgenommen. Dabei war nicht an die Pflege des eigenen Gartens zu denken, sondern an alle Möglichkeiten den öffentlichen Raum zu gestalten. Dies konnte z.B. durch Balkonbepflanzung, Fassaden- oder Dachbegrünung erfolgen. Nach vorheriger Anmeldung konnten sich die Bürger in der Innenstadt vom Amt für Umwelt und Grün kostenlos Pflanzen abholen, um solch ein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Rund 50 Anfragen erhielt das Amt, darunter auch von Kindergärten und Schulen. Abgerundet wurde dies durch einen begleitenden Fotowettbewerb, bei dem die schönsten eingereichten Motive prämiert wurden.

 

Ein Plädoyer für mehr bürgerschaftliches Engagement

Dies sind kleine Schritte in die richtige Richtung und sie zeigen, wie man mit geringen Mitteln erfolgreich etwas bewegen kann. Auch nach Abschluss des Projektes im Mai sollen die Aktionen fortgeführt werden. Dies ist wichtig, um einen nachhaltigen Erfolg erzielen zu können und noch mehr Bürger zur Eigeninitiative aufzufordern. Die Botschaft, dass mehr Pflanzen in der Stadt zu einer verbesserten Lebensqualität für alle führen, muss sich noch weiter verbreiten. Der Anfang ist gemacht…

 

Julia Kallweit

Auf die Schnelle gewusst: Was ist eigentlich INTERREG-IIIA?                                                                                             
Das INTERREG-IIIA-Programm der Europäischen Union unterstützt grenzübergreifende Projekte der Zusammenarbeit in der EUREGIO.
Die Niederlande, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Provinzen Overijssel und Gelderland sind in diese Initiative eingebunden. Von 2001-2008 konnten 186 Projekte mit rund 3300 Partnern verwirklicht werden, mit dem Ziel Wirtschaft und Arbeitsmarkt im Grenzgebiet zu stärken. Die Kofinanzierung durch EU-Mittel beläuft sich auf 48,7 Mio. Euro (Gesamtkosten für die Region: 130,6 Millionen Euro).                                                                                                                                                         Weitere Infos: http://www.interreg.euregio.de/

 

Weiterführende Links:

Das Projekt: Duisburg. Schön grün.

Abschlussbericht zum Euregio-Projekt Feinstaub und Grün


Autorin:

Julia Kallweit - Autorin für diese Kampagne seit Mai 2007 und Studentin der Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen seit Oktober 2003