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Mitten drin statt nur dabei

geplanter Grüngürtel in Duisburg

Dieses Motto beschreibt die im wahrsten Sinne des Wortes enge Bindung zwischen den mächtigen Industrieanlagen von ThyssenKrupp Stahl (TKS) und den Wohnbezirken im Duisburger Norden. Seit der Errichtung des Stahlwerks in Bruckhausen im Jahr 1895 sind die angrenzenden Stadtteile mit dem zweitgrößten Stahlwerk der Welt aufs engste verbandelt. Dicht an dicht, an vielen Stellen nur einen Steinwurf voneinander entfernt, stehen sich Wohnhäuser und Industrieanlagen gegenüber.

 

Die früher bevorzugte Wohnlage nahe am Arbeitsplatz hat ihre Attraktivität jedoch schon lange verloren. So manche ehemalige Direktorenvilla und stuckverzierte Häuser aus der Gründerzeit erscheinen wie Monumente aus einer anderen Zeit: Sie reihen sich heute nahtlos ein in das Bild eines traurig-tristen Stadtteils mit besonderem Erneuerungsbedarf, wie es bis vor kurzem im Amtsdeutsch hieß. Nach wie vor ist auch die Umweltsituation durch die Nähe zur Industrie durch hohe Luft- und Lärmbelastungen geprägt.

 

Rat beschließt Grüngürtel Duisburg-Nord

Doch die Zeit bröckelnder Fassaden in grauer Tristesse soll endlich der Vergangenheit angehören, wenn es nach den Plänen der Stadt und der TKS geht. Schon vor Jahren hat die Stadt Duisburg zusammen mit der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) und mit Unterstützung des Landes damit begonnen, die Möglichkeiten zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse im Duisburger Norden zu untersuchen.

 

In seiner Sitzung am 10.12.2007 hat der Rat der Stadt Duisburg nun die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen für die Stadtteile Bruckhausen und Beeck beschlossen. Damit hat er den Weg frei gemacht für eine umweltbewusste Erneuerung der Stadtteile. Innerhalb der nächsten 10 Jahre soll ein Grüngürtel die Lebens- und Wohnqualität im Duisburger Norden verbessern. Ein grünes Band soll als Puffer zwischen Industrie und Wohnquartieren für gute Nachbarschaft sorgen.

 

Hand in Hand - 72 Mill. von EU, NRW & ThyssenKrupp stehen bereit

Das Grüngürtelkonzept wurde in öffentlich-privater Partnerschaft entwickelt. Auch die Gesamtkosten zur Durchführung des Projektes in Höhe von 71,9 Mio. Euro werden je zur Hälfte vom Land NRW und der Europäischen Union sowie ThyssenKrupp getragen. ThyssenKrupp übernimmt dabei den Anteil der Stadt Duisburg in Höhe von rund 36 Millionen Euro.

 

Auf diese Weise kann trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt eine aktive, gestaltende Stadtentwicklung für die Bewohner des Duisburger Nordens erreicht werden. Mit den vereinten Kräften von Stadt, Land, Europäischer Union und ThyssenKrupp ist ein Konzept erarbeitet worden, dass in Zukunft auch in anderen Städten des Ruhrgebiets auf Interesse stoßen dürfte: Leer stehende Häuser und Wohnungen sind an vielen Orten im Ruhrgebiet ein Thema, nicht nur in Marxloh und Bruckhausen.

 

Das Duisburger Modell als Vorbild

„Duisburg ist damit Vorreiter und mögliches Vorbild für andere Städte“. Mit dieser Einschätzung könnte OB Sauerland Recht behalten, ist doch die gemeinsame Finanzierung eines städtebaulichen Sanierungsprogramms in dieser Größenordnung in Deutschland bislang einzigartig. Das Zusammenspiel von öffentlicher und privater Hand kann deshalb nicht nur für andere Städte des Ruhrgebiets, sondern auch für andere Regionen in ganz Europa Modell sein.

 

 

David Goertz & Stefan Vorderstraße